28-Meter-Tisch am Sachsenring soll auf das ungenutzte Potenziual der städtischen Grünflächen aufmerksam machen

in: Kölnische Rundschau, 24. Juli 2017

Köln. Appetitlich glänzen Tomaten, Trauben und Melonen, Wein- und Wasserflaschen funkeln im Licht der warmen Abendsonne: Eine 28 Meter lange Holztafel mit Bänken steht seit Freitagabend auf einem Grünstreifen am Sachsenring. Was dort stattfindet, ist kein privates Picknick, sondern eine Kunstaktion, organisiert vom Team 1 des StadtLabors für Kunst im öffentlichen Raum und der Initiative Stadtoasen. Letztere setzt sich für die Aufwertung städtischer Grünanlagen ein.

Mit der Einladung zum gemeinsamen Abendessen wollen sie auf das ungenutzte Potenzial der Fläche hinweisen – „ein ungehobener grüner Schatz“, sagt Ute Becker von Stadtoasen. Gelegen zwischen Kartäuserwall, Straßenbahntrasse, Ulrepforte und Waisenhausgasse, werde der Abschnitt bislang vorwiegend als „Straßenbegleitgrün“ wahrgenommen.

28-Meter-Tisch soll sechs Monate stehen bleiben

„Ich finde es gut, dass hier einmal etwas Leben hinkommt“, sagt Anwohnerin Christine Kesper (65). Es sei ihr wichtig, dass Orte so gestaltet sind, dass sie den Menschen guttun. Ihre Freundin Karoline Alich (65) pflichtet ihr bei: „Ich kann mir gut vorstellen, dass wir demnächst öfter hier sitzen und selbst etwas mitbringen“, sagt sie.

Uschi Huber vom StadtLabor hat die Veranstaltung initiiert. Sie freut sich, dass die Besucher die Aktion so positiv aufnehmen. „Es gibt viele Grünanlagen in der Stadt, die man mit minimalen Eingriffen aufwerten könnte“, sagt sie. Am Sachsenring zum Beispiel könne man die trennende Straße Richtung Ring verlegen und so einen zusammenhängenden kleinen Stadtpark schaffen. Die lange Holztafel sei daher nicht nur eine Einladung zu einem geselligen Abend. Sie solle den Bürgern eine Möglichkeit geben, die Fläche zu nutzen und selbst zu gestalten.

Der lange Holztisch wird in den kommenden sechs Monaten an seinem Platz am Sachsenring bleiben. Ab Herbst sollen dort dann weitere Aktionen stattfinden. Eine Radfahrerin, die zufällig auf die Aktion aufmerksam wird, sagt: „Ich bin begeistert!“ – und dürfte damit die Stimmung der meisten Gäste auf den Punkt gebracht haben.