Kölner Haus- und Grundbesitzerverein eröffnet neues Gesprächsformat über Wirtschaftsthemen
in: Kölnische Rundschau, 1. September 2017

Wie steht es um die wirtschaftliche Lage in Deutschland und Europa? Was tut sich auf dem  Immobilienmarkt? Um diese und andere Fragen ging es bei den ersten Kölner Wirtschaftsgesprächen – eine neue Reihe, die der Haus- und Grundbesitzverein am Mittwochabend im Hotel Excelsior Ernst eröffnete. Gesprächspartner war Claus Tigges, Präsident der Bundesbank-Hauptverwaltung in Berlin und Brandenburg. Vereinsvorsitzender Konrad Adenauer begrüßte zunächst die etwa 120 Gäste, darunter Vertreter aus Politik und Wirtschaft sowie private Hausbesitzer. Dr. Hildegard Stausberg moderierte die Veranstaltung.

Die globale Wirtschaftslage habe sich insgesamt aufgehellt, sagte Tigges. Im Euroraum hätten sich die Konjunkturen der einzelnen Länder inzwischen angeglichen, insbesondere Deutschland befinde sich nach der Finanzkrise von 2008 und 2009 nun schon im achten Jahr des Aufschwungs. Möglich sei bei der Wachstumsrate demnächst sogar eine „zwei vor dem Komma“. Günstig wirke sich vor allem die niedrige Arbeitslosigkeit aus.

Tigges, zwischen 2001 und 2009 Wirtschaftskorrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung für die USA und Mexiko, beobachtete die Entstehung der US-amerikanischen „Immobilienblase“ damals aus nächster Nähe. Seiner Einschätzung nach gebe es zwar einige systemische Risiken bei Wohnimmobilien. Für eine neuerliche Blase hinzukommen müsse allerdings eine riskante Kreditvergabe der Banken – und die beobachte die Bundesbank als Aufsichtsbehörde derzeit nicht.

Auf die Publikumsfrage nach der Mietentwicklung in Großstädten wie Köln verwies Tigges darauf, dass Preiskontrollen wie die Mietpreisbremse „selten bis nie zum Ziel“ führten. Für sinnvoller halte er es, das Angebot an Wohnraum zu erhöhen. Wie dies gelingen könnte, etwa durch staatliche Anreize, ließ er offen.